Ich habe ein Problem. Ein Problem, was eigentlich gar kein Problem ist- Zumindest noch nicht.

Ich habe keine Lust mich vor den PC zu setzen und zu arbeiten. Ich habe keine Lust meinen Pflichten nachzukommen. Meinen selbst auferlegten Pflichten immerhin.

Es gibt eine Menge zu tun und ich würde gerne noch so viel umsetzen, aber irgendwie auch nicht, denn sonst würde ich es ja erledigen.

Naja, auf jeden Fall verplemper ich seit einigen Monaten meine Zeit ohne wirklich merklich zu arbeiten. Ohne wirklich Dinge umzusetzen, die ich gerne umsetzen möchte.

Weil ich keine Lust habe. Keine Motivation. Dennoch erhalten ich jeden Monat Geld.

Vielleicht ist das mein Problem?

Ich erhalte Geld, selbst wenn ich nicht arbeite. Selbst wenn ich mich nicht 40 Stunden die Woche hinsetze, bekomme ich mehrere Tausend Euro dafür. Das nennt man passives Einkommen.

Und das ist mein Problem. Und eigentlich ja auch nicht.

Langfristig wird es zu einem Problem. Denn im Grunde ist es kein passives Einkommen auf Lebenszeit. Das wäre auch zu schön. Vielmehr ist es ein zeitverzögertes Einkommen.

Ich arbeite heute und werde Monate später erst dafür bezahlt. Das kann zu einem Irrtum führen, zu denken, dass man gar nicht mehr arbeiten muss.

Muss nicht mehr arbeiten?

Ich habe deshalb keinen Druck zu arbeiten. Keinen Druck Vollgas zu geben. Denn ich muss eigentlich gar nicht.

Vielleicht kann man das ein wenig vergleichen mit Klausuren, die noch in weiter Ferne liegen. Ich brauchte den Druck, damit ich mit dem Lernen anfing. Druck, der erst kurz vor der Klausur entstand.

Nun habe ich aber keinen Druck mehr (langfristig wahrscheinlich schon, aber langfristig ist zu weit weg für den inneren Schweinehund) zu arbeiten, um Geld zu verdienen. Sondern Webseiten verdienen das Geld für mich.

Leider habe ich keine Ahnung, wie man damit umgehen soll. Ich sitze oft von 9 to 5 vor dem Rechner, aber mache etwas anderes als arbeiten. Verplemper meine Zeit.

Warum sitze ich dann überhaupt vor dem PC?

Habe ich die Denke etwa noch so in mir? Dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich nicht einen normalen Arbeitstag vor dem Rechner verbringe. Suggeriert das meinem Kopf “Ich arbeite”.

Gut. Ich arbeite ja nicht wirklich. Oft mache ich dann etwas anderes. Fange zum Beispiel aktuell an Microgreens auf der Fensterbank zu ziehen. Oder die Erde vom letzten Jahr auf dem Balkon aufzubereiten.

Dennoch begleiten mich immer diese Gedanken: Du musst arbeiten. Du musst XYZ erledigen. Deshalb bin ich auch nie wirklich nicht am arbeiten. Ist es das schlechte Gewissen?

Eigentlich sollte ich mir den Luxus dieser Situation zunutze machen: Arbeite wann Du willst. Nimm Dir einen Tag frei und mach etwas anderes, wenn arbeiten nicht funktioniert.

Geh laufen, geh in die Sauna, geh Schwimmen, leg Dich in die Sonne, geh Deinen Hobbies nach. Aber dann denk auch keine Sekunde über Arbeit nach.

So wie ich es jetzt betreibe ist es nicht Halbes und nichts Ganzes. Ich arbeite nicht, wenn ich “sollte”. Aber widme mich jetzt auch nicht 100% anderen Dingen.

Ich sitze vor dem Rechner und lese irgendetwas, was mich gerade interessiert oder schaue YouTube Videos. Aber ich arbeite nicht in dem Sinne. Ich erschaffe keine Mehrwerte, ich produziere nichts.

Ich konsumiere.

Im Großen und Ganzen würde ich sagen, ich bin einfach unglaublich unmotiviert.

Woher kommt die fehlende Motivation

Ich glaube, dass ich unterfordert bin. Geld mit Webseiten zu verdienen kann sehr unbefriedigend sein. Oder zumindest ist es keine hohe intellektuelle Herausforderung.

Okay am Anfang als alles noch neu war, war es etwas anderes.

Es war faszinierend Webseiten zu erstellen. Die dann sogar bei Google gefunden wurden. Die sogar Geld verdienen konnten. Die dann sogar genug verdienten, dass ich meine Miete davon bezahlen konnte. Die all meine Kosten decken konnten.

Ich hab dazu vieles gelernt und gelesen. Die Lernkurve war steil und es faszinierte mich alles. Ich war motiviert, denn es gab Fortschritt. Fortschritt im Lernen, im Verständnis und selbstverständlich auch beim monatlichen Einkommen.

Aber irgendwie fehlt mir jetzt die Motivation. Ich meine, dass ich die Situation nutzen sollte, um mit meinen Webseiten über 10.000€ und mehr zu verdienen. Aber irgendwie will ich nicht wirklich…

Genug Geld beiseite zu schaffen, damit ich komplett finanziell unabhängig werde.

Ich verdiene zur Zeit passiv genug Geld, um mein Leben zu finanzieren. Aber das wird nicht immer so bleiben.

Und da ist mir die Motivation flöten gegangen. Webseiten zu erstellen, um meine Kosten zu decken war eine sehr hohe Motivation, die mir im Grunde eine nie da gewesene Freiheit und Flexibilität ermöglicht, als ich es erreicht hatte.

Jetzt wo ich sie habe, weiß ich sie anscheinend nicht mehr zu schätzen, denn wenn ich jetzt aufhöre zu arbeiten, werde ich sie bald verlieren und im schlimmsten Fall sogar wieder als Angestellter arbeiten müssen.

Meine Motivation meine Kosten +mehr zu decken ist im Grunde erreicht.

Was soll nun meine Motivation sein? Monetäre Dinge scheinen mich nicht zu motivieren.

Was ich brauche

Ich brauche es einfach mehr mein Hirn zu nutzen. Es braucht Herausforderung, Abwechslung, Input. Mich nur SEO-technisch weiterzubilden reicht da bei Weitem nicht aus.

Ich brauche Dinge in denen ich mich weiterentwickeln kann. Dinge, die ich lernen kann. Das belebt mich, darin verliere ich mich, das macht mir Spaß. Nach Mihaly Csikszentmihalyi nennt man das “Flow” und ist der Schlüssel zu einem erfüllten, glücklichen Leben.

Da muss ich ihm zustimmen. Denn wann immer ich mich in Aktivitäten verliere (z.B. Fußball), dann ist das unglaublich befriedigend und erfüllend.

Und gleichzeitig muss ich zugeben, dass ich mich selber zu selten in Aktivitäten mit “Flow” hingebe. Weil ich meine ich müsste “arbeiten”. Oder besser gesagt stundenlang vor dem PC sitzen.

Besser wäre es doch, wenn ich mir meine Freiheit zunutze mache und mehr die Dinge mache, die mir Spaß machen. Schließlich ist das mein riesen Vorteil gegenüber dem, der angestellt ist und feste Arbeitszeiten und einen Chef hat.

Ich muss mir meines Vorteils bewusst werden und ihn nutzen. Mehr Zeit, Geld und Energie in meine Hobbies stecken, um mich in ihnen zu verlieren. Mir immer wieder neue Herausforderungen suchen.

Dann habe ich wohl auch weniger ein Problem damit, mich hinzusetzen und zu arbeiten. Wenn ich mir selber die Arbeitszeit begrenze und merke, dass ich nicht unendlich viel davon habe.

Und eigentlich ist es schon fast peinlich einen ganzen Beitrag zu schreiben, um mir selber eine solch leichte und offensichtliche Antwort zu geben. Ähem.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp

Share me:

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on email
Share on whatsapp

Über den Autor: